17. Januar 2020

Thementag | Bekenntnis wider das Gewissen? Jugendweihe, Firmung und Konfirmation

Ort: Zeitgeschichtliches Forum in Leipzig
Grimmaische Straße 6 | 04109 Leipzig

Die vom SED-Staat organisierten und ideologisch durchdrungenen Jugendweihefeiern stellen bis heute einen festen Bestandteil im kollektiven Gedächtnis der neuen Bundesländer dar. Hierzulande lebt diese Tradition scheinbar selbstverständlich und vielfach unhinterfragt fort. Ist es für die einen Teil ihrer Ostidentität, bleibt die Jugendweihe für die anderen Symbol der Ausgrenzung und Willkür. Denn Jugendweihe, Firmung und Konfirmation entwickelten sich ab den 1950er Jahren zum weltanschaulichen Spannungsfeld für Familien und Gesellschaft. Gerade Christ*innen befanden sich nicht selten in dem Konflikt, im Fall einer Entscheidung für das Eine die Tür zum sozialen Miteinander beim Anderen zu schließen.

Die Kirchen postulierten nicht weniger als der Staat an der Jugendweihe die Standhaftigkeit der Familien – und revidierten hierfür mehrfach ihre Methoden und Sanktionen. Der »freiwillige Zwang« auf die Jugendlichen forderte Gewissensentscheidungen, Bekenntnisse und die Erfahrung eigener Ausgrenzung. Welchen Preis darf also der aufrechte Gang haben?

Referenten:
Dr. Thomas Arnold | Akademiedirektor der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Dr. Albrecht Döhnert | Theologe
Dr. Christian Halbrock | BStU
Charlotte Resske | freie Autorin bei ZEIT Campus online
Moderator der Podiumsdiskussion:
Daniel Heinze | Radio PSR und Radio Sachsen-Anhalt

Eine Veranstaltung der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen in Kooperation u. a. mit dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Katholischen Akademie des Bistums Magdeburg und der Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte Erfurt.

Weitere Informationen und Anmeldung unter
www.lebendig-akademisch.de/jugendweihe

Teilnahmegebühr: 15,– EUR